Inspektion von Lagercontainern.

Die dargestellte Situation verdeutlicht, warum es wichtig ist, nicht nur die direkten
Arbeitsbereiche zu überprüfen, sondern auch den Zustand der Lagercontainer zu
kontrollieren. In der Praxis führt die Überprüfung der Container häufig zu unangenehmen
Situationen, da die Mitarbeiter gerne unansehnliche Materialien und Geräte in diesen Bereich
„wegfegen”.

Bei der Untersuchung eines industriellen Lagercontainers fanden wir mehrere nebeneinander
stehende Plastikkanister mit brennbaren Flüssigkeiten, verschiedene Chemikalienflaschen und
einen industriellen Elektroheizstrahler mit einer Leistung von 9 kW. Der Heizstrahler befindet
sich direkt unter dem Regal, nur 30-40 cm von den darüber gelagerten brennbaren
Flüssigkeiten entfernt.
Die Kanister enthalten feuer- und explosionsgefährliche Stoffe, die in einem unbelüfteten,
geschlossenen Raum in der Nähe einer Wärmequelle extrem hoher Hitze ausgesetzt sind.
Während des Betriebs gibt der Heizstrahler eine erhebliche Menge an Wärme ab, sodass die
Temperatur in seiner unmittelbaren Umgebung schnell auf über 40 °C ansteigen kann, was bei
diesen Stoffen zu einer schnellen Verdampfung und zur Bildung von Gemischdämpfen führen
kann.

Die Verdampfung brennbarer Flüssigkeiten und die Erhöhung der Konzentration explosiver
Stoffe erhöhen das Risiko von Entzündungen, Explosionen und der Bildung giftiger Gase.
Wenn die Wärmequelle die Stoffe während des Betriebs kontinuierlich erwärmt, können sich
die Kanister verformen, die Verschlusskappen lösen sich und die Stoffe können auslaufen,
was zu einem direkten Brand oder einer Explosion führen kann.
Weitere Gefahren im Container stellen Verschmutzungen auf dem Boden, auf dem Boden
liegende Schläuche und andere – in diesem Fall großkalibrige industrielle Gummischläuche –
dar, die nicht fachgerecht, sondern zusammengedrängt gelagert werden. Diese können den
Fluchtweg behindern, zu Stolpern, Stürzen oder sogar zur Blockierung des für die
Brandbekämpfung erforderlichen Weges führen.

Das Auslaufen, Verschütten und Verdampfen von Chemikalien verschlechtert die Luftqualität
im Innenraum, das Einatmen der Dämpfe kann zu akuten Gesundheitsschäden, Reizungen der
Atemwege und sogar zu Bewusstlosigkeit sowie langfristig zu chronischen Erkrankungen
führen. Eine minimale oder unzureichende Belüftung des Containers verschlimmert die
Situation zusätzlich, da eventuell entstehende Gase im Inneren eingeschlossen bleiben.
Die Folgen einer unsachgemäßen Lagerung von Chemikalien können sofort oder erst
langfristig auftreten:

  • Plötzlich auftretende Brände oder Explosionen, die das Leben und die Gesundheit aller dort
    arbeitenden Personen gefährden.
  • Sachschäden, Projektstillstand, Zerstörung von Geräten und Infrastruktur.
  • Gaslecks und Vergiftungen, die zu schweren Gesundheitsschäden oder sogar zum Tod
    führen können.
  • Gesetzliche Sanktionen, Strafen, Rufschädigung, geschäftliche Konsequenzen.
  • Langfristige Erkrankungen, Atemwegsprobleme, irreversible Gesundheitsschäden bei den
    Arbeitnehmern.

Die Lagerung brennbarer, gefährlicher Flüssigkeiten und Chemikalien in Containern wird
durch mehrere geltende ungarische und internationale Rechtsvorschriften sowie
entsprechende Normen geregelt.
Arbeitsschutzgesetz (Mvt. Gesetz XCIII aus dem Jahr 1993):
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Gefahren an ihrem Entstehungsort zu bekämpfen und
gefährliche Stoffe sicher zu lagern. Vorherige und regelmäßige Risikobewertung, auch bei
jeder Änderung.

Aufgabe ist der individuelle und kollektive Schutz, die angemessene Informationsweitergabe
und Schulung.
Gesetz über chemische Sicherheit (Gesetz XXV aus dem Jahr 2000):
Gefährliche Stoffe und Gemische müssen so gelagert werden, dass weder die Arbeitnehmer
noch die Umwelt gefährdet oder verschmutzt werden. Die Verantwortung für die Lagerung
am Arbeitsplatz liegt beim Arbeitgeber.

Allgemeine Lagerungs- und Sicherheitsvorschriften:
Chemikalien sind getrennt, in einem belüfteten, geschlossenen Raum mit nicht brennbaren
Wänden zu lagern.
Mindestens 1 Meter Sicherheitsabstand zwischen Wärmequelle und brennbaren Stoffen,
Isolierung, Schutz vor Wärmebelastung.
Dokumentierte, aktuelle Materialaufzeichnungen, Bereitstellung von Schutzausrüstung.
Rauchen und offene Flammen sind im Lager verboten.

Die dargestellte Lagersituation verstößt eindeutig gegen die grundlegenden Arbeitsschutz-
und Brandschutzvorschriften und entspricht nicht den bewährten Verfahren der Branche.
Gefährliche Stoffe, insbesondere brennbare Flüssigkeiten, dürfen niemals direkt oder auch nur
auf einem Regal in der Nähe einer Wärmequelle (z. B. Heizstrahler) gelagert werden. Die
richtige Vorgehensweise besteht darin, Chemikalien in einem speziellen, separaten Lagerraum
mit nicht brennbaren Wänden oder in einem normgerechten, geerdeten Gefahrstoffschrank
aufzubewahren. Die Lagerbehälter müssen in jedem Fall normgerechte, auslaufsichere,
geschlossene Kunststoff- oder Metallkanister sein, die mit gut sichtbaren, aktuellen Etiketten
versehen sind.

Elektrische Heizstrahler, die in diesem Raum betrieben werden, müssen in einem
Mindestabstand von 1 bis 1,5 Metern zu brennbaren oder gefährlichen Stoffen aufgestellt
werden. Im Idealfall sollten solche Geräte überhaupt nicht in der Nähe von gefährlichen
Flüssigkeiten verwendet werden. Wenn eine Beheizung oder Erwärmung unvermeidbar ist,
müssen die gelagerten Chemikalien streng voneinander getrennt werden.

Schläuche und alle frei liegenden, beweglichen Geräte müssen ordentlich, auf Wandhaltern,
übersichtlich und unter Gewährleistung der Fluchtwege gelagert werden. Die Sauberhaltung
des Bodens, regelmäßiges Reinigen und die Beseitigung von Verschmutzungen sind ebenfalls
Grundvoraussetzungen.

Ein wesentlicher Bestandteil der optimalen Lagerungspraxis sind regelmäßige Audits, eine
kontinuierliche Risikobewertung und sofortige Kontrollen bei jeder Änderung. Damit
verbunden ist die Schulung: Jeder Mitarbeiter muss genau wissen, mit welchen Stoffen und
Gefahren er arbeitet, wie feuergefährliche Stoffe richtig zu handhaben und zu lagern sind, was
im Notfall zu tun ist und wo sich Notausgänge, Fluchtwege und Handfeuerlöscher befinden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn regelmäßige Audits, physische und organisatorische
Trennung, schnelle Interventionsmöglichkeiten und das bewusste Handeln der Mitarbeiter
Teil der Arbeitsschutzkultur sind, kann es niemals zu einer derart risikoreichen, potenziell
katastrophalen Situation kommen. Die richtige Vorgehensweise ist gleichzeitig auch ein
geschäftlicher Vorteil: Sie reduziert unerwartete Kosten, erhöht die Betriebssicherheit und
stärkt die Unternehmensverantwortung und das Vertrauen gegenüber den Partnern.